Cattery Palaisgarden

Wenn aus Liebe zu einem Fellknäuel eine "katzenverrückte" Familie wird...


Wurfplanung.


Für uns hat die Gesundheit unserer Türkisch Angoras einen hohen Stellenwert in unserer Zucht. Eine Angorakatze kann genauso wie eine andere Rasse- oder Hauskatze von verschiedenen Erkrankungen betroffen sein. Einige sind vererbbar und lassen sich mittels Gentest aufspüren, andere werden im Rahmen aufwändiger Untersuchungen ausgeschlossen oder diagnostiziert. Nachstehend stellen wir Ihnen die bedeutsamten Erkrankungen einer Katze vor.


• Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)

• Flat-Chested-Kitten-Syndrom (FCKS)

• Hüftgelenksdysplasie (HD) oder Patella Luxation

• Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

• Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

• Pyruvatkinase-Defizienz (PK-Def)

• Progressive Retina Atrophie (PRA)

• Schwanzfehler ("Knickschwanz")

• Taubheit und Schwerhörigkeit

• Trächtigkeitsuntersuchung und Vorsorge





FIP –  die feline Infektiöse Peritonitis ist eine weltweit verbreitete, immer tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die nur katzenartige Tiere befällt. Sie ist auch heute noch eine der häufigsten Todesursachen bei Katzen. Die FIP-Erkrankung wird durch das Feline Coronavirus hervorgerufen, welches weit verbreitet und normalerweise harmlos ist. Bei 5-10% der Katzen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, kommt es Tage oder aber auch erst Jahre nach der Infektion zur Mutation des Virus zum FIP-Virus. Erste Symptome treten wenige Wochen bis maximal 18 Monate nach der Mutation auf. Die klinischen Symptome einer FIP-Erkrankung variieren sehr stark in Abhängigkeit davon, welche Organe hauptsächlich betroffen sind.


Das FCK-Syndrom (auch "Flat-Chested Kitten- Syndrome" oder "FCKS" genannt) ist eine angeborene Erkrankung, bei der die Jungtiere eine Kompression des Thorax (Brustkorb) entwickeln; sie tritt meistens 2 bis 5 Tage nach der Geburt in Erscheinung und betrifft manchmal ganze Würfe und oder einen Teil eines Wurfes bzw. nur ein einzelnes Tier. In leichten Fällen ist nur die Unterseite des Brustkorbs abgeflacht (daher auch der Name der Erkrankung). In extremen Fällen ist der gesamte Brustkorb betroffen und eine tiefe Furche am Brustbein spürbar, die stark nach innen reicht und das Herz sowie die Lunge verschiebt und zusammengepresst. Das Kitten leidet je nach Ausprägung unter leichter oder stärkerer Atemnot und nimmt nicht an Gewicht zu; die Erkrankung führt häufig zum Tod. Trotz intensiver Forschung ist die Ursache noch weitgehend unbekannt, aber Katzen mit gesicherter Diagnose (Röntgenbild) oder Verdacht auf FCKS müssen unbedingt von der Zucht ausgeschlossen werden. Leider ist dies in der Praxis nicht immer der Fall und im höchsten Maße unverantwortlich; oftmals wird mit Elterntieren eines zuvor geborenen FCKS-Kittens weitergezüchtet. Es hat auch schon Fälle gegeben, in denen FCKS-Kitten mit leichter Ausprägung als zukünftige Zuchttiere zum Kauf angeboten und an unwissende (Neu-) Züchter verkauft wurden.


HCM bedeutet Hypertrophe Kardiomyopathie. Bei dieser Herzmuskelerkrankung zeigt die Katze zu Beginn der Erkrankung keine Symptome. Es kommt zu einer Verdickung des Herzmuskels, wodurch sich das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut füllen kann und infolgedessen zu wenig Blut in den Körper gepumpt wird; es staut sich zurück in den Lungenkreislauf. Im Spätstadium kommt es aufgrund von Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödem) oder der Brusthöhle (Thoraxerguss) zu Atemnot, seltener auch zu Leistungsschwäche oder Ohnmachtsanfällen. Man geht davon aus, dass der HCM eine genetische Prädisposition zugrunde liegt  –  dies konnte auch bei manchen Katzenrassen bereits nachgewiesen werden. Eine erblich bedingte HCM lässt sich leider nicht zuverlässig mittels eines Gentest aufspüren und tritt erst mit zunehmenden Alter auf, so dass eine Diagnostik schwieriger ist. Im speziellen Fall der HCM ist eine fachtierärztliche Untersuchung mittels Sonographie im Abstand von 12-18 Monaten und bis zu einem Alter von 6-8 Jahren notwendig, um Veränderungen am Herzen zu erkennen. Es ist keine Schande, wenn ein Fall mit HCM in einer Zucht auftritt, aber es obliegt der Verantwortung des jeweiligen Züchters, die richtigen Konsequenzen daraus zu ziehen.


Die HD (Hüftgelenksdysplasie) ist nicht nur bei Hunden, sondern auch bei Katzen weit verbreitet. Es können Rassekatzen und Hauskatzen gleichermaßen betroffen sein. Symptome die beobachtet werden können, reichen von Lahmheiten unterschiedlicher Ausprägungen bis zu Bewegungsunlust. Die Katzen springen weniger weit hoch und können in der Bewegung im Bereich der Hinterhand instabil wirken. Eine HD wird mittels einer klinischen Untersuchung und Röntgenbildern diagnostiziert.


PKD steht für Polycystic Kidney Disease, der Polyzystischen Nierenerkrankung der Katze. PKD ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung, bei der sich sowohl in der Nierenrinde als auch im Nierenmark flüssigkeitsgefüllte Bläschen (Nierenzysten) bilden. Die PKD ist eine chronische, fortschreitende und unheilbare Erkrankung. Im fortgeschrittenen Stadium kann sie zum Nierenversagen und Tod der Katze führen. Die PKD wird mittels Ultraschall diagnostiziert.


PK-Def ist ebenfalls eine genetisch bedingte Erkrankung, die zur Störung der Glykolyse - dem zentralen Prozess beim Abbau aller Kohlenhydrate - führt. Die ersten Krankheitssymptome treten meist im Alter von 6 Monaten auf und führen schließlich zum Tod der Katze: Leichte Lethargie, Appetitlosigkeit, Durchfall, Anämie (blasse Schleimhäute), stumpfes Fell, Gewichtsverlust, Schwäche und Gelbsucht. Diese Erkrankung wird ebenfalls wie die PRA autosomal-rezessiv vererbt, so dass ein Gentest für Aufklärung sorgt. Auch hier dürfen keinesfalls zwei Träger-Tiere miteinander verpaart werden.


Bei PRA handelt es sich um eine erblich bedingte Augenerkrankung, die zur Degeneration der Netzhaut führt. Anfangs haben die Kätzchen ein normales Sehvermögen; dieses lässt im Laufe der Zeit nach, bis es bei der ausgewachsenen Katze im Alter von 3-5 Jahren zur Erblindung kommt. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten, aber ein Gentest gibt Aufschluss darüber, ob die Katze Träger dieser Mutation ist. Katzen, die nur ein Allel (N/PRA) tragen, haben ein normales Sehvermögen; 2 Allele (PRA/PRA) können zur Erblindung führen. Da PRA autosomal-rezessiv vererbt wird, ist es umso wichtiger, dass die Elterniere vor ihrer ersten Verpaarung getestet werden, damit nicht unwissentlich zwei Trägertiere miteinander Nachwuchs zeugen.


Man unterscheidet zwischen erworbenen und ererbten Schwanzfehlern. Umgangssprachlich spricht man von einem Knickschwanz, wenn die Schwanzwirbel nicht fortlaufend in einer geraden Linie verlaufen. Ein Knickschwanz, der durch einen Unfall entstanden ist (z.B. bei einer Fraktur), ist ein erworbener Knickschwanz. Er hat keinerlei Auswirkungen auf die Zucht, wird aber ebenfalls nicht auf Ausstellungen toleriert. Ererbte Knickschwänze zeigen sich in Form von Schwanzabknickungen und -verkrümmungen mit knotenartigen Verdickungen. Nicht selten sind mit dieser Erbkrankheit Degenerationen im Wirbelsäulenbereich verbunden. Ein oder mehrere Knicke können sowohl am Schwanzende als auch am Schwanzansatz auftreten. Ein Knickschwanz zeigt sich nicht unbedingt gleich nach der Geburt; er kann sich auch erst viel später im Laufe des Wachstums bemerkbar machen. Nach heutigem Wissensstand vererbt sich ein Knickschwanz nicht autosomal rezessiv, sondern er folgt einem polygenen Erbgang - d.h. der Defekt wird nicht nur von einem Elternteil vererbt, sondern von beiden. Es wird daher empfohlen, nicht nur das Tier mit Knickschwanz zu kastrieren, sondern auch die Eltern aus der Zucht zu nehmen, da sie als Trägertiere die Gene tragen.


Bei weißen Katzen tritt Taubheit oder Schwerhörigkeit gehäuft auf. Aber dieses Problem kommt auch bei farbigen Katzen vor; unter normalen Umständen werden diese Tiere jedoch kaum einem Tierarzt wegen ihrer Hörfähigkeit vorgestellt. Besteht nur eine einseitige Taubheit oder Schwerhörigkeit, fällt dies dem Besitzer nur in den seltensten Fällen auf, zumal Katzen Meister in der Komensation sind und Schallwellen auch über ihre Schnurrbart- und Tasthaare aufnehmen und verarbeiten werden können - so können sich auch betroffene Katzen einer Schallquelle zuwenden. Dies erklärt auch, warum ein Klatschtest kein Nachweis ist, um eine Taubheit oder Schwerhörigkeit auszuschließen. In Deutschland ist die reine "Weißzucht" verboten, um dieses Risiko zu minimieren. Das bedeutet, dass weiße Katzen hierzulande nur mit farbigen Partnern verpaart werden dürfen. Im Ursprungsland der Türkisch Angora, der Türkei, ist die "wahre" Türkisch Angora weiß und hat sich auch überwiegend als Weiß-Weiß-Verpaarung fortgepflanzt - farbige Tiere sind selten und werden von den Einheimischen leider auch weniger geschätzt. Interessant ist, dass dennoch nicht alle Tiere taub oder schwerhörig sind. Es scheint Linien zu geben, die häufiger betroffen sind und Linien, in denen Taubheit sehr selten auftritt. Heute wird angenommen, dass der Erbgang polygenetisch ist, aber die Genetik ist nicht restlos geklärt und auf diesem Gebiet wird noch geforscht. Bis dahin bleibt uns Züchtern nichts anderes übrig, als weiße Katzen, die für die Zucht vorgesehen sind, mittels einem BAER-Test untersuchen zu lassen. Dieser Nachweis ist auch Pflicht und wird von den Vereinen bei Zucht und Ausstellung zur Überprüfung verlangt.